In letzter Zeit komme ich immer häufiger in Versuchung zu dichten. Hier stelle ich zukünftig die gelungeneren Versuche ein. Anregung und Kritik hole ich mir dazu dann und wann in einem Gedichteforum(http://www.gedichteforum.at/), sowie auf der Dialektplattform, wo einer meiner Texte sogar zur Mundart des Monats November 2008 ausgewählt wurde, was mich ganz besonders anspornt (http://www.franzstelzhamer.at/MundArtdM.htm).

 

 

Die Muata und ´s Kreiz  (I. Labner, 2008)


A Kreiz
hats kriagd im Kriag
fürs Kindakriagn
d´Muata.

Gschmerzt
hats ihr allweil
des Kreiz
da Muata.

Unterm Kreiz
hats bet´
zua Schmerznsmuata -
d´Muata.

Eingschlafn is´ füa immer
- in d´ Händ´
a Kreiz -
d´Muata.

-->Zum Reinhören: muata3.wav

 

Photobucket  Nockspitze

 

Es hat oana zammpackt (I. Labner, 2008)

Es hat oana zammpackt,
hat sich hergricht zum gian.
Gepäck hat er koans,
er werd´ dort net friern.

Des eingfallne Gsicht -
so bluatlaar und fremd.
An da Kaschtentia
hängt scho des Leichenhemd.

Leichenblass der Bsuach
wia er´n so sigt,
wia er da siechend
im Sterben liegt.

Die Luft im Zimma
zum Zreissn gspannt.
Alle schaugn weg
außerm Herrn an da Wand.

Des End vom Lebn
is oft net schian,
drum hat oana zammpackt -
er werd jetzt gian.

 

Photobucket Serles

 

Bergsaison (Haiku, I. Labner 2008)

Erntezeit am Berg -
gelbe Hubschrauberbienen
sammeln Touristen.

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Überfall im Treppenhaus (I. Labner, 2008)

Erwischt!
Blank wie der Hausflur -
meine Nerven darnieder.
Spinne mit Besen
trägt Haarfarbe Flieder.

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Baumesstärke (Haiku, I. Labner 2008)

Stark ist doch der Baum -
Ohne Mühe zerreißt er
Autos in Stücke.

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Mei traumhafts Affnlebn (I. Labner, 2008)

A Åff´ war i oft scho no gern,
hie und då von an Obscht a Kern
war´s oanzige, was mi no griabat.

Den hålben Tåg lass i mi lausn –
Koa Hektik und koa ummasausn –
Lei di wårme Sunn´im Nåckn.

I sitzat ållweil faul am Baam,
wenn’s regnat setzat i mi drunta.
Des Lebn war a schianer Traam,
leida werd ma wieda munta.

Als wav-Datei zum Reinhören: A_aff.wav

 Garten

Osterputz (I. Labner, 2008)

In den Herrgottswinkl
- eingebettet unsre Wünsch´
- einigebetet unsre Sündn
Stellma a Vaserl Bluamen
eini in den Eck´
und vom Jesus Christus
putz´ma weg den Dreck.

-->Zum Reinhören: herrgottswinkl.wav

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A kloans Verreckerl (I. Labner, 2008)

A kloans Verreckerl
mit so groaße Augn -
mir miaßn a bisserle
mit Liab darauf schaugn.
Vielleicht kanns dann wachsn
- a bisserle lei -
auf daß es amol
koa Verreckerl mehr sei.

--> Zum Reinhören: verreckerl.wav

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Feia in da Sö (I.Labner, 2008)

Wia´s´ weg wår
håt er ångfångt
z´brennen
- liachterloh -
aus lauta
Einsåmkeit.

Er håt nimma
gschlåffn –
jede Nåcht,
Jåhr um Jåhr,
a Kerzerl ånzundn.
Er håt einigstiert
und oanfach
ned aufkeat
z´brennen.

Irgendwånn
is´ dunkl
bliebm.
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Hoamkehr (I.Labner, 2008)

In da Frua håt da Berg
an Bårt aus eisge Neblfetzn
und da Wind kündet durch Ritzn
pfeifat ån, dass eppa kimmt.

In die bittre Einöd auffi
schleppt sich a Geschtålt
- ihr einscht geliebter Nåm´
is scho långe Zeit verhållt

Schwårz trågt d´Muata.
Sie åhnt wer des is -
ihr Sohn aus da Ferne -
Und oans is ihr gwiß:

Net lång hin,
nå gibt’s a Totnfescht -
zun Sterbn kehrn d´Vegl
hoam ins Nescht.
 
 

 

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Trockn im Abgang (I.Labner, 2008)

Einibettet
Ausgebetet
Åwiglassn
Auffigfoan
 
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One-Night-Stand (I.Labner, 2008)

Ich liebte dich
in einer Nacht -
im Morgengrauen
warst du
ausgeliebt.

Eselsohren
knickte ich dir
zum Abschied.
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Bettrua (I. Labner, 2008)

Gstorbn is da Sepp hinterm Ofn im Winter -
Zlang dauert håts´n zun Fruajåhr zwårtn.
Und weil´s soviel Schnea håt
steat er iatzand im Gårtn.

Wia´s a weng apert
lådns´n ein in a Kischtn
ummen zum Friedhof ztrågn,
åba der Weg werd zua Pischtn.

Da Sarg kugelt åbi,
überschlågt sich und schlittert
den Hång entlang runta,
da san´d´Träger erschüttert.

Fluachend laffn
die Mander hint drein,
åba da Sepp is schneller,
sie daholnen net ein.

Pfeilsgråd eine in die Baam
Poltert des Gfährt,
der Deckel geat auf,
der Inhålt entleert.

Krumm und vabogn
Passt er nimma einë –
Drum miasn´s´n so trågn
An Årme und Beine.

Då staunt da Pfårrer
Und reibt seine Augn –
Des gånze Dorf kimmt
den Zinnober zun Schaugn.

Da Pfårrer is åba koa Depp
Drum holt er a Bettstatt
Und iatz kånn der Sepp
Endlich in Rua schlåfn.

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Die Käfaburg (I. Labner, 2008)

Im Herbscht fålln
d´Håår und d´Blattln.
Dicke Brün
und krumme Buggl -
gehbocksbeinig
san sex Haxn

Durch kåhle Gäng´ -
mit fahle Gsichta
staxn´s durch
die Käfaburg

Taktoktaktok -
d´Schweschtanschuach
erinnern drån
wia d´Zeit vageht